DIE VERFOLGUNG DER ZEUGEN JEHOVAS IN DER SAARREGION
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DIE VERFOLGUNG DER ZEUGEN JEHOVAS IN DER SAARREGION

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Beschreibung

Autoren: Edwin Buchmann / Franz Josef Schäfer

312 Seiten, 16x23cm, 37 Abbildungen

ISBN: 978-3-945996-82-9

Erscheint am 10. Oktober 2025

Das Buch wird im Stadtarchiv Saarbrücken am 27.10.25 (18.30 Uhr) vorgestellt.


„Es gaben mir schon viele, viele Menschen diesen Rat. Doch ich kann nicht anders.“


Zeugen Jehovas blieben lange Zeit eine „vergessene Opfergruppe“ der NS-Zeit. Sie verweigerten konsequent den Hitlergruß und den Kriegsdienst. In den Konzentrationslagern wurden sie durch einen lila Winkel stigmatisiert.


Edwin Buchmann, Heusweiler, und Franz Josef Schäfer, Illingen, stellen quellengestützt die Geschichte der Glaubensgemeinschaft im Saarland dar und das Ausmaß der Verfolgung ihrer Anhänger während der NS-Zeit. Im Mittelpunkt stehen die Biografien hingerichteter Kriegsdienstverweigerer und von KZ-Opfern der Zeugen Jehovas.


Ebenfalls dargelegt wird das Schicksal saarländischer Siebenten-Tags-Adventisten, Reformationsbewegung und von Anhängern der Neu-Salems-Gesellschaft.


GELEITWORT VON PROF. DR. WOLFGANG BENZ


Jehovas Zeugen oder „Ernste Bibelforscher“, wie sich die 1870 in den USA gegründete Religionsgemeinschaft zunächst nannte, waren eine Opfergruppe des Nationalsozialismus, die im öffentlichen Bewusstsein immer noch wenig bekannt ist. 1935 reichsweit verboten, kamen Zeugen Jehovas mit dem Regime in Konflikt, wenn sie an ihren Glaubenssätzen festhielten. In den Konzentrationslagern bildeten sie, mit einem violetten Winkel stigmatisiert, eine eigene Häftlingskategorie. Jehovas Zeugen waren aber nicht nur Opfer. Sie haben auch Widerstand geleistet. Nicht nur durch beharrliche Verweigerung des Hitlergrußes, des Militärdienstes, der Mitwirkung in der Rüstungsindustrie. Der „Offene Brief“, gerichtet als Flugblatt an „das bibelgläubige und Christus liebende Volk Deutschlands“, am 20. Juni 1937 in 70.000 Exemplaren zwischen 12.00 Uhr und 13.00 Uhr mittags verteilt, benannte Verbrechen des NS-Regimes und beschwor christliche Werte gegen den Ungeist des Hitlerstaats. Im Jahr davor hatte in Luzern ein Internationaler Kongress der Zeugen Jehovas eine Resolution gegen den Nationalsozialismus verabschiedet, der im Dezember 1936 zehntausendfach verbreitet wurde. Das Bekenntnis der Bibelfesten endete auch nicht in der Haft, im Gefängnis und KZ. Mehr noch als der zähe unbeirrbare Widerstand wiegt die Hilfe, die manche, trotz ihrer eigenen Verfolgung, bedrängten Juden leisteten durch Obdach, Nahrung und Versteck für Untergetauchte, die in der Illegalität auf Solidarität angewiesen waren, durch Trost und Zuspruch in der Gefangenschaft, durch einfache Menschlichkeit. Die Missachtung und Ausgrenzung der Zeugen Jehovas dauerte über den Zusammenbruch des Dritten Reiches hinaus an. Im Westen Deutschlands wurden sie nicht als Opfer des Nationalsozialismus wahrgenommen, im Osten begann wenig später mit dem Verbot die zweite Verfolgung durch die Behörden der DDR. In der Erinnerungskultur finden Jehovas Zeugen erst spät einen signifikanten Platz mit einem Denkmal im Berliner Tiergarten. Aber nicht nur Politiker und Historiker haben die Glaubensgemeinschaft, die zur Zeit des Nationalsozialismus 25.000 Seelen im Deutschen Reich zählte, vergessen oder vernachlässigt. Die Gemeinschaft selbst verschloss sich lange Zeit der Erinnerung an ihr Martyrium, trat damit nicht an die Öffentlichkeit, verzichtete auf die Aufklärung des Publikums. Inzwischen ist die Geschichte der Verfolgung und des Widerstands auch der Bibelchristen gut erforscht, und zwar auch durch profunde Beiträge aus den eigenen Reihen. Die Dokumentation der Verfolgung saarländischer Zeugen Jehovas in der NS-Zeit, die Edwin Buchmann und Franz Josef Schäfer erarbeitet haben, schließt eine Lücke und würdigt Menschen, die als Kriegsdienstverweigerer hingerichtet oder in der Haft getötet wurden. Sie ehrt die Überlebenden des KZ und bietet als Chronik der Glaubensgemeinschaft im Saarland nicht nur willkommenen Überblick, sondern auch Einsicht in Leben und Leiden unter diktatorischer Herrschaft.


Wolfgang Benz

Zusätzliche Produktinformationen

Seitenanzahl
312
Format
16 x 23 cm
Erscheinungsjahr
2025
Bindungsart
Paperback
ISBN
978-3-945996-82-9